Die ersten Wochen hier in Dublin habe ich genutzt um mich einzuleben – bei meiner Gastfamilie, auf der Arbeit und in der Stadt. Ein guter Freund hatte mir vor meiner Reise nach Dublin gesagt, dass der erste Monat der schwerste sei. Das kann ich nur bestätigen, doch es wird von Woche zu Woche für mich spürbar leichter.
Ein Beispiel dafür, dass der Anfang für mich nicht ganz so leicht war, zeigte mir mein erster Arbeitstag. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich meinen Papa weinend angerufen, einfach um zu hören, dass ich das schaffen werde. Alles war aufregend und neu, vielleicht auch beängstigend. Aber ohne Angst kann man nicht mutig sein.
Mein Start bei der Irish Cancer Society war von Zurückhaltung geprägt. Inzwischen ist daraus selbstständiges Arbeiten geworden. Wo ich anfangs Schwierigkeiten hatte, mit meinen Kolleg:innen ins Gespräch zu kommen, erzähle ich heute von meinen Wochenenderlebnissen und bekomme Tipps für neue Unternehmungen.
In der Anfangszeit habe ich die typischen Touristen-Highlights besucht: Trinity College, St. Stephen’s Green Park, St. Patrick’s Cathedral und viele mehr. Ab Oktober hatte ich dann Gesellschaft von zwei Jungs aus Deutschland. Wir haben uns sofort gut verstanden und viel zusammen unternommen – darunter ein Tagesausflug zu den Cliffs of Moher und nach Galway.
Außerdem habe ich Disc Golf für mich entdeckt, wobei der Spaß eindeutig im Vordergrund stand. Ein Highlight war auch der Besuch im Guinness Storehouse mit der schönen Aussicht von der Gravity Bar. Zur gleichen Zeit war ein Mädchen aus Deutschland bei mir auf der Arbeit. Wir haben uns sehr gut
verstanden und die Mittagspausen miteinander verbracht. Schon nach einer Woche wussten wir, dass wir auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland weiter Kontakt halten würden.
Zu Halloween waren die drei wieder zurück in Deutschland. Also habe ich mich alleine in die Menschenmassen gestürzt. Seit dem Dublin Night Festival leuchten die Pubs weihnachtlich- dabei kommt keiner an die Temple Bar heran. So langsam wird es festlich, und ich beginne, die Weihnachtsmärkte der Stadt
nach und nach zu besuchen.
In Dublin gibt es viele coole Laden und so langsam mach ich mir Sorgen, ob mein Koffer im Frühling für die Rückreise ausreichen wird. Mein Geld investiere ich unter anderem in Briefmarken. 14 Postkarten sind bereits verschickt, weitere acht sollen noch folgen.
